Liebe Besucher unserer Webseite!

Die Mercator-Schule Gangelt ist in diesem Schuljahr mit der Don-Bosco-Schule Oberbruch zu einer

Schule zusammengeführt worden Außerdem sind in der neuen Schule zu dem bisherigen

Förderschwerpunkt Lernen die Förderschwerpunkte Sprache und Emotionale und Soziale

Entwicklung hinzugekommen. Als dritte Neuerung gab es auch noch einen Wechsel der Trägerschaft.

Als Schulträger ist jetzt der Kreis Heinsberg für die neue Schule an den beiden Standorten zuständig.

Aufgrund dieser vielen Veränderungen haben wir vor, eine komplett neue Webseite aufzubauen.

Dies ist aber noch in Arbeit. Bis dahin können sie sich auf den bisherigen Internetseiten der beiden

Schulen ein wenig orientieren.

Natürlich können Sie auch jederzeit telefonisch Kontakt zu uns aufnehmen.

Freundliche Grüße

Das Team der Mercator-Schule/Don-Bosco-Schule

Projekt Insektenhotel

Schüler powern für die Umwelt: Kleine und kleinste Helfer im Schulgarten-
„Erde-AG“

Vorab:
Schulischer Unterricht im Allgemeinen sollte folgenden pädagogischen und insbesondere sonderpädagogischen Ansprüchen nach besten Möglichkeiten gerecht werden:
Individuelle Förderung persönlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten auf dem jeweiligen Lernniveau unter bestmöglicher Berücksichtigung von Neigungen und Talenten
Stärkung des Selbstvertrauens und Selbstwertgefühls durch die Hervorhebung persönlicher Stärken
Schülerorientiertes Arbeiten mit viel Raum zu Mitentscheidung und –gestaltung mit dem Ziel der zunehmend selbständigen Arbeit und wachsendem Durchblick für Zusammenhänge
Erkenntnis und Umsetzung des Nutzens von Teamwork und Arbeitsteilung unter allgemeingültigen und notwendigen sozialen Umgangsregeln
Ansatz in Situationen aus dem nahen Lebensumfeld der Schüler mit differenzierten Möglichkeiten zu Erfahrungs- und Wissenserweiterung bis hin zur späteren Berufsorientierung und Freizeitgestaltung
Handlungsorientierte Aktionsfelder mit hoher Motivation zum Einsatz der persönlichen körperlichen und geistigen Kräfte nach den gegebenen Möglichkeiten des Einzelnen...
Gerade AG’s bieten hier viele Chancen und Möglichkeiten zu Entdeckung, Entwicklung und Förderung in allen Bereichen.
Für unsere „Erde-AG“ bedeutet das z.B.:
Gemeinsame Überlegung, demokratische Abstimmung, Erarbeitung und Realisation von Projekten für unser Schulaußengelände, insbesondere die Gestaltung und Nutzung unseres Schulgartens
Zusammentragen von Wissen und Vorerfahrungen der einzelnen Schüler zu handwerklichen Fragen, zu Gartenbau, Pflanzen und Tieren, zu Umweltfragen, ökologischen Zusammenhängen und Umweltschutz
Sensibilisierung für menschliche, tierische und pflanzliche Bedürfnisse (z.B. nicht alle leben gleich schnell, nicht alle sind gleich wehrhaft)
Gegenseitige Unterstützung, Hilfestellung und Aufklärung in Sachfragen und Vorgehensweisen (beim Töpfern, beim Gießen, beim Umgraben ...) und gemeinsames Anpacken (beim leidigen Unkrautjäten, bei vielen Steinen und viel Erde ...)
Austesten von persönlichen Fähigkeiten, Fertigkeiten, Belastungsgrenzen und „Funfaktor“ im Hinblick auf eine mögliche spätere Beschäftigung im Garten – und Landschaftsbaubereich, auf einem Bauernhof, im Wege- und Straßenbau etc. oder z.B. aktiver Beteiligung an den Projekten des NABU und ähnlicher Organisationen im Freizeitbereich
Verdiente Erholung und „Belohnung“ nach getaner Arbeit z.B. beim gemeinsamen Grillen und „Chillen“ im Garten
Konkret: Am Anfang wars ein Traum-Baum...

Zu Beginn des Schuljahres 2009/ 10 startete eine teils aus „alten Hasen“, teils aus motivierten Neustartern zusammengesetzte „Erde-AG“ (Schwerpunkt Ton und Töpfern in Herbst und Winter sowie Schulgartengestaltung und –bebauung im Frühjahr und Sommer) ihre Unternehmungen und Projekte – Doch welche sollten das sein?
Gemeinsam wurden Wünsche und Ideen gesammelt, über Möglichkeiten und Probleme der Umsetzbarkeit hinsichtlich Platz und Eignung, Erlaubnis und Materialbeschaffung diskutiert, entsprechend Gartenplankopien ausgestaltet und beschriftet sowie Rankinglisten erstellt:
Gemüse und Salat auf den Beeten, fürs gemeinsame Kochen
mehr Beerenbüsche, zum Naschen und Marmelade machen
Eine feste Feuerstelle zum Grillen (bisher ein Feuerkorb)
Eine neue Sitzgruppe für den Garten, mit Liegen zum „Chillen“
Ein neuer Anstrich fürs Gartenhaus, mit Blumen an den Seiten?
Ein Teich oder Brunnen, zusätzlich zum Regenrückhaltebecken?
Eigenständige Pflege des Rasens, Mähen macht Spaß!
Ein zweiter Komposthaufen zum Umsetzen
...
„Frau Esser, was ist mit einem Apfelbaum!!!“

Besonders der letzte Vorschlag wurde von allen Beteiligten mit Interesse aufgenommen und begeistert näher durchdacht. So einfach ist das nämlich nicht mit den Äpfeln an den Bäumen.


Wie der Apfel an den Baum kommt...

Janoschs Gärtner Bockelmann erklärte es Schnuddel recht anschaulich und eindringlich, dass aus den jeweiligen Kernen und Samen auch immer nur die gleiche schon „vorprogrammierte“ Pflanze erwachsen kann, das wissen die erfahrenen „Erde-AGler“, also Apfelkern Þ Apfelbaum.
Schneller geht es mit einem Steckling oder einem jungen bewurzelten Baum, überlassen wir diese Arbeit also erfahrenen Berufsgärtnern.

Die Geschichte von Hänschen Apfelkern gab einen guten Überblick über Werden, Vergehen und Neuentstehung des Apfelbaums und der wichtigen Rolle seiner Früchte darin, zum einen als Samenträger und zum anderen als schmackhaftes, gesundes und sehr geschätztes Nahrungsmittel auf seinem Weg rund um den ganzen Erdball. Beim Basteln von Schattenfiguren für das entsprechende Schattentheater blieben Text und Informationen gut im Gedächtnis.

Und nicht zuletzt leisten nicht wir Menschen den wesentlichen Anteil zur wunderbaren Entwicklung von heller kleiner Blüte zu dickem, rundem, saftigem Apfel. Dazu bedarf es der Hilfe besonderer kleiner Helfer im Garten: der Bienen. Sie bestäuben bei ihrer fleißigen Arbeit in der Honig- und Nachwuchsproduktion ganz nebenbei die Blüten, verteilen mit ihren Beinhaaren den Pollen und sorgen so dafür, dass aus dem unscheinbaren grünen Knoten unter den prächtigen Blütenblättern das ein oder andere Mal ein Apfel wird.
Die Schüler/ innen hatten diese Insekten bereits klassenweise im vorigen Jahr kennengelernt durch die ortsansässige Imkerin, die die Schule gern und wiederholt besucht. Ihr Angebot, ein Bienenvolk leihweise in unserem Schulgarten anzusiedeln, mussten wir leider ablehnen, da doch viele Schüler/innen Zutritt zum Schulgarten haben, aber nicht alle angemessen mit den Tieren umgehen und sie in Panik versetzen könnten. Deren geballte Anwesenheit wäre dann nicht ungefährlich.

Reichen die gerade zufällig vorbeifliegenden einzelnen Honigbienen für ausreichende Befruchtung und eine gute Apfelernte?
Wer sonst könnte (zusätzlich/ ausschließlich?) ihre wichtige Aufgabe der Bestäubung der Blüten übernehmen?
Wer hat es früher gemacht, als Bienenvölker noch nicht bei Imkern „wohnten“?
Wo und wie finden wir diese Helfer?
Wie können wir sie in unseren Schulgarten locken und dauerhaft ansiedeln?
Wie sind sie beschaffen und was brauchen sie zum Leben?

Daneben spielten weitere Überlegungen zur allgemeinen Gesunderhaltung unseres Apfelbaums eine wichtige Rolle.
Gab es da nicht diese lästigen kleinen Lebewesen, die dem Baum den Saft aussaugen und an seinen Blättern und seiner Rinde nagen, und andere, die das Obst daran ebenso gern zu fressen scheinen, wie wir es mögen?
Wie sollten wir sie in Grenzen halten, ohne unseren Baum und damit uns selbst mit chemischen Giftstoffen zu belasten?


Die Welt der kleinen Helfer und Nichthelfer

Insekten sind mit mehr als der Hälfte aller Tierarten die größte Gruppe tierischer Lebewesen auf der Erde und weltweit vertreten. Zusammen mit anderen insektenähnlichen Tieren wie Spinnen und Krebstiere gehören sie zu den Gliederfüßern. Aufgrund folgender Merkmale sind sie vielfach optimal an ihre Umwelt angepasst und dadurch evolutionär offensichtlich bestens zum Überleben ausgestattet:
feste Körperhülle (Panzer)
geringe Größe (vielfältige Lebensräume, geringer Nahrungsbedarf)
Flugfähigkeit (meist)
Schnelle Vermehrung (kurze Reife-, Wachstums- und Lebenszyklen)
Vielfältige Nahrung (individuell meist spezifisch, insgesamt aber breit gefächert)

Es gibt einige sehr große, imposante und auffällige Exemplare, doch die meisten beschränken sich in ihrer Körpergröße eher auf klein bis winzig und entgehen dadurch häufig der menschlichen Aufmerksamkeit. Sie leben ihr Leben meist im Verborgenen, abseits unserer Wahrnehmung, unseres Verständnisses und – unserer Sympathie. Denn ihr Aussehen und ihre Fortbewegung spricht uns teils wenig an und von Interesse werden sie für uns häufig erst bei teils unangenehmen oder sogar sehr schmerzhaften Kontakten, die uns einprägsam in Erinnerung bleiben. Viele Schüler kennen die Erfahrung von Bienen-, Wespen- und Mückenstichen oder Ameisensäure, haben Ängste vor den kleinen Tieren aufgebaut, schrecken bei der Annäherung jedweden Vertreters dieser Spezies zusammen, ergreifen die Flucht oder schlagen zu.
So fanden einige Schüler mit Erstaunen und Neugier, andere behutsam herangeführt an die vermeintlichen „Feinde“ den Weg zur Entdeckung und Erforschung, zur genauen Betrachtung und neuen Einschätzung dieser kleinen und kleinsten Lebewesen:
In der Klasse M3 gab es viele Bücher zum Thema, in denen sich die Schüler in Wort und vor allem auch in (unbeweglichem und ungefährlichem) Bild mit den kleinen Erd- und Gartenbewohnern vertraut machen konnten. Zeitgleich lief dort eine Unterrichtseinheit zum Lebensraum Teich, auch in diesen entsprechenden Büchern ließen sich noch viele Vertreter entdecken.
Im praktischen Umgang lernten die Schüler einige Vertreter kennen, konnten Ekel- oder Angstgefühle reduzieren, Insekten in ihren spezifischen Eigenheiten genauer kennen- und durch ihre besonderen Eigenschaften durchaus auch schätzen lernen.
In Erweiterung dazu bot das Internet (Klassenraum M3 und Informatik) viele Informationen und Bilder. So konnten Steckbriefe für einzelne Exemplare erstellt werden.
Wo leben sie nun aber wirklich? Die Schüler haben sich auf die Suche gemacht, unter Steinplatten und zwischen Bretter geschaut, Erdschollen unter die Lupe genommen, vorsichtig verrottendes Laub gewendet, Rindenstücke von Totholz untersucht. Sie haben Röhren und Fraßgänge entdeckt, haben Bedingungen für die Wahl von Unterschlupfen und Nistplätzen herausgefunden: Dunkel muss es sein, geschützt vor Wasser und Wind und vor gierigen Fressfeinden.
Für manche der kleinen Tiere reichen die bloßen Augen und die Lupe nicht aus, ihr Aussehen und ihre Körperteile lassen sich nur mit dem Mikroskop genau betrachten. Die Kollegin Frau Tillmanns baute fächerübergreifend in der AG „Experimente“ einen grundlegenden Einstieg in das Mikroskopieren ein, in der M3 standen einfache Handmikroskope zur Verfügung, fand im Rahmen der „Teicheinheit“ ein Exkurs zur Entdeckung, Entwicklung und Nutzung des Instruments statt.

Mit Hilfe der genannten Medien, in Unterrichtsgesprächen und in praktischer Anschauung haben sich die Schüler informiert und erarbeitet, dass sich die Tiere in Fleisch- und Pflanzenfresser unterteilen lassen und in welcher Form sich ihre allgemeinen natürlichen Lebensgewohnheiten für den Menschen nützlich einsetzen lassen, inwiefern sie sich aufgrund von Nahrungsketten (Fressfeinde wie „Futter“), als „Bestäuber“, „Komposter“ u.ä. in „Helfer“ und „Nichthelfer“ unterteilen lassen könnten.
Insbesondere die einzeln lebenden Wild- oder Solitärbienen, aber auch Hummeln, Schmetterlinge u.ä. sind in besonderer Weise bedeutsam für die Bestäubung und Befruchtung von Obstgehölzen. Da sie nicht in Völkern leben und davon abhängig sind, brauchen wir genau diese Arten für unser Projekt.
Dabei wurde der grundsätzliche Aspekt von Respekt vor allem Leben nicht außer acht gelassen, soll auch beim Schutz der Pflanzen auf den Beeten und insbesondere für den Apfelbaum nach besten Möglichkeiten einbezogen werden. Statt Gift finden sich sicher auch natürliche Mechanismen, die das gesamte empfindliche Ökosystem besser im Gleichgewicht halten und nachhaltig weniger schädigen.


Sozialer Wohnungsbau oder Hotel?!

Auch unter den Insekten gibt es trotz ihrer insgesamt guten Anpassung und hohen Vermehrungsrate solche, die auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten stehen.
Zu ihnen zählen in hohem Maße die Solitär- oder Wildbienen und Solitärwespen, deren Bedeutung für die Bestäubung und „Schädlings“-bekämpfung erst in den letzten Jahren zunehmend gründlicher erforscht und erkannt wurde.
Der Grund für ihre Gefährdung liegt wie bei den meisten aussterbenden Tierarten an abnehmenden Nistmöglichkeiten und Nahrungsangeboten. Wollen wir insbesondere diese nützlichen Tiere in unseren Schulgarten locken und sie dauerhaft hier ansiedeln, damit sie unsere Blüten bestäuben und unseren Baum schädlingsarm halten, müssen wir ihnen genau das bieten:
Solitärbienen und –wespen benötigen trockene, pilzfreie Röhren und Gänge, in denen sie ihre Eier ablegen und ihre Brut großziehen können.
Solitärbienen benötigen viele Blüten in nächster Umgebung mit reichhaltigem Nektarangebot.
Solitärwespen wie auch Ohrenkneifer und andere sind Fleischfresser. Sie vertilgen andere kleine Insekten und verfüttern sie an ihre Brut. Wo Gift gespritzt wird, fällt weniger und ungesundes Futter für diese Tiere ab.
Zum Bau ihrer Nisthöhlen und Unterschlupfe benötigen manche Arten zu den vorhandenen Röhren Wasser, um „Eingänge“ und „Balkone“ zu formen.

Der Vorschlag eines Insektenhotels nach W. R. Günzel leuchtete den Schülern schnell und verständlich ein:



Hier finden sich viele Materialien und Schlupflöcher, um mögliche „Hotelgäste“ anzulocken und zum Bleiben zu bewegen.


Bauphase

Hochmotiviert gingen die Schüler an die Arbeit, besprachen und planten gemeinsam die anstehenden „Gewerke“ und Arbeitsschritte.
Bauholz für den Rahmen besorgte Frau Esser in der Baustoffhandlung.
Aufgrund der für die Insekten schädlichen Behandlung des Holzes mussten die Bretter abgehobelt und –geschliffen werden. Der Umgang mit den entsprechenden Maschinen und Werkzeugen machte den entsprechende Schülern Spaß und gab ihnen sichtbare Erfolgserlebnisse.
Ein passendes Brett für das Dach und für die Rückwand fanden sich im Fundus. (Dank an Herrn Körner und Frau Giegla!)
Für den Zusammenbau des Grundgerüsts war die Zusammenarbeit mehrerer Schüler nötig. Gemeinsam wurde ausgemessen, angezeichnet, festgehalten und geschraubt und auf rechte Winkel geprüft. Jeder steuerte sein Können bei, half, wo er sich am besten einsetzen konnte.
Der geeignete Standort wurde gewählt: nicht zu viel Sonne, nicht zu viel Schatten, wind- und regengeschützt, mit dem Gartenhaus als fester Stütze im Rücken.
Die Dachpappe zum Schutz vor Regen wurde leider bei einem Einbruch nach den Weihnachtsferien gestohlen. So muss zunächst das Eichenbrett allein den Schutz übernehmen, bis Ersatz gefunden ist.
In der Klasse M3 wurden Aufrufe zur Mithilfe beim Sammeln von „Füllmaterial“ gestaltet und verteilt. Herr Schichel spendete seinen Bambusabschnitt, den die Schüler in gemeinsamer Arbeit in passende Abschnitte zersägten.


Zu Hause bei den Schülern fanden sich ebenfalls viele geeignete Materialien für die „Inneneinrichtung“ des Hotels. Ein Schüler schleppte einen großen Astabschnitt trotz Busfahrt und Schultasche in die Schule. Ein engagierter Vater lieferte eine ganze Ladung Lochsteine bis in den Schulgarten. Eine Mutter brachte an mehreren Tagen tütenweise weitere Lochsteine mit zur Schule.
Über mehrere AG-Stunden und Hofpausen hinweg fanden sich immer wieder unermüdliche Schüler, die Holunderabschnitt aus dem vorigen Herbst in passende, ca. 30cm lange Stücke sägten. Die Tiere höhlen die wattig gefüllten Hohlstängel selbst aus und können darin nisten.
Bei Unterrichtsgängen hielten Schüler die Augen zunehmend offen nach brauchbaren Füllmaterialien. Sie fragten nach weiteren Lochsteinen bei Gangelter Bürgern, sammelten von wilder Möhre und ähnlichen Pflanzen die trockenen, hohlen Stängel aus dem Vorjahr.
Ein aufmerksamer Schüler hatte im Nachbarort seines Wohnortes ein Waldgebiet mit Sturmschaden entdeckt und führte ein klärendes Vorabgespräch mit Mitarbeitern des Bauhofs vor Ort. In einer Wochenendaktion konnten er und Frau Esser einige große Astabschnitte für das Insektenhotel retten.
Herr Rütten, der kürzlich pensionierte Konrektor der Schule, der sich dienstags immer noch in der AG-Zeit engagiert, zerteilte die großen Holzstücke mit der Kettensäge zügig in passende Scheiben, die schnell ihren Platz im Untergeschoss erhielten.
Gemeinsam wurden die übrigen Gefache mit den gesammelten Materialien gefüllt. Dabei kam auch der Spaß nicht zu kurz. Einen etwas zu lang geratenen Bambusabschnitt steckte ein Schüler an einen Platz im dritten Geschoss mit dem Kommentar: „Hier ist die Präsidentensuite!“ Wer da wohl einzieht?
Neben dem Insektenhotel haben die Schüler noch einen „Vorgarten“ angelegt, damit die Hotelgäste gleich nebenan frühstücken können. Stauden wie Sonnenbraut, Ehrenpreis, Akelei, Spinnenblume, Geißblatt und Edelwicke haben bereits ihren Platz dort gefunden.

Auch im übrigen Schulgarten sollen Blumen wachsen und den Gästen Nahrung bieten. Dazu haben die Schüler verschiedene einjährige Blumen in Kästen ausgesäät, die nach dem Keimen ausgepflanzt werden und sich teilweise selbstständig vermehren können.



Am Ende steht ein Apfelbaum

Heute hat der Schulleiter ein Gespräch mit dem zuständigen Brandschutzmeister der Schule geführt, wo wir unsere Apfelbäume (es müssen nämlich zwei sein!) einpflanzen dürfen, ohne die Feuerwehreinfahrt zu beeinträchtigen.
Gekauft sind sie schon und werden nächste Woche feierlich gepflanzt.

Wir haben ihnen gute Voraussetzungen für unbeschadetes Wachstum und reiche Ernte geschaffen, auch wenn es bis dahin noch viel Geduld bedarf.
Die kleinen Helfer sollen sich nun rasch einfinden, sich wohlfühlen und ihre Arbeit gut verrichten.


Ausblick
Das Insektenhotel ist ein Prachtbau mit vielen Suiten geworden, und wir sind sehr gespannt, wer einziehen wird. Einige Hummeln sind schon um die unteren Etagen herumgschwirrt. Sie dürfen auch gern bleiben! Schließlich tragen sie auch Höschen und damit die beste Berufskleidung für die Bestäubungsarbeit.
Gespaltene und mit Haushaltsgummis wieder verschlossene Bambusabschnitte bieten die Möglichkeit, falls sie als Nistplatz angenommen werden, einen vorsichtigen Blick auf die Brut zu werfen. Wir haben ein paar eingeschmuggelt.
Gespaltene Bambusrohre haben einige Schüler zur Konstruktion einer Regenrinne inspiriert. Damit könnte eine kleine Wasserstelle gespeist werden, die einige Tierarten für ihren Wohnungs- und Nestbau benötigen.
Sehr wichtig ist ein Lehmgefach in einem Insektenhotel, da einige Arten dort hinein ihre Gänge graben. Wir haben dies zunächst durch Lochsteine mit erdgefüllten Löchern überbrückt. Aber ein Geschoss soll in jedem Fall noch eine entsprechende Konstruktion erhalten.
Die getöpferten Ohrenkneiferbehausungen sind nun gebrannt und können noch mit Holzwolle gefüllt und an Haken unter dem Dach des Insektenhotels aufgehängt werden.
Zur Ansiedlung weiterer Gäste soll demnächst an das Insektenhotel eine Trockenmauer mit viel Raum für Tiere und blühende Pflanzen zwischen ihren Fugen anschließen.


Danke:
An alle Schülerinnen und Schüler, die sich an Planung und Umsetzung aller Schulgartenprojekte so motiviert und engagiert beteiligen!
An alle Kolleginnen und Kollegen, die auch zu diesem Projekt wieder ihren Beitrag zu gutem Gelingen beigesteuert haben!
An die Schulleitung, die mit Fassung die kreativen Einfälle und Auswüchse von Schülern und Kollegen trägt und tatkräftig unterstützt!
An die Eltern, die die Suche nach geeigneten Materialien unterstützt und sie in die Schule gebracht haben!
An die Baustoffhandlung Boendgen, die die benötigten Bretter zum „Schulpreis“ abgeben konnte!





Literatur:
Günzel, W. R. – Das Insektenhotel. Naturschutz erleben. Pala-verlag, 4. Aufl. 2008
Birkenbeil, H. (Hrsg.) – Schulgärten. Ulmer Verlag, 1999
Janosch – Schnuddel pflanzt einen Gummibärenbaum. Krone, 2009
Zahlingen, B. – Hänschen Apfelkern. Kleine Märchen und Geschichten zum Erzählen und Spielen. Freies Geistesleben, 10. Aufl. 2010
Burnie, D. – Insekten. Dorling Kindersley, 2005
Klining, L. – Mein kleines Insektenbuch. Oetinger, 1992
Parker, S. – Insekten. Schulte & Gerth, 1992
Brillon, G./ Barette, D. – Wir entdecken Spinnen, Schnecken, Krabbeltiere. Eichborn, 1994
Llewellyn, C. – Tessloffs erstes Buch der Insekten und Spinnen. Tessloff, 2003